Ich bin 25 Jahre alt, studiere Lehramt für berufliche Schulen mit der Hauptfachrichtung Sozialpädagogik in Bamberg. Ich bin kurz vor meinem Examen und mache dieses sechsmonatige Praktikum als Teil meines Studiums.
Ein Bekannter, der auch schon sein Praktikum bei LekaGape gemacht hatte, hat mich auf diese Organisation aufmerksam gemacht und da ich unbedingt einmal einen Einblick in die Entwicklungshilfe bekommen wollte, habe ich mich dann beworben.
Meine Hauptaufgaben hier sind, mich um die Schreinerei zu kümmern und im Child Headed Families Projekt mitzuarbeiten. Außerdem bin ich einer der Fahrer von der Organisation und fahre z.B. Bewohner des Shelter zum Arzt oder ins Krankenhaus.
Damals war es mir zwar relativ egal in welchem Land ich mein Praktikum absolvieren würde, doch durch meine Arbeit hier ist mir erst bewusst geworden wie vielfältig Südafrika ist.
Es ist in fast allen Bereichen ein sehr gegensätzliches Land, das wird einem vor allem bewusst, wenn man sieht wie groß die Schere zwischen arm und reich, als auch zwischen den Schwarzen und Weißen ist.
Diese Distanz zwischen Schwarz und Weiß ist auf Grund der Geschichte natürlich nicht verwunderlich. Aber ich muss für mich persönlich sagen, dass ich hier in Lulekani als Weiße sehr gut aufgenommen wurde.
Ab und zu vergesse ich sogar, dass ich weiß bin. Man muss sich hier auf jeden Fall daran gewöhnen, dass die Südafrikaner ein ganz anderes Tempo anstreben als wir Europäer und da wird Fast Food schnell zu Slow Food.
Aber das kann auch seine Vorzüge haben!
Erwähnenswert ist auch noch, dass der Lebensstandard für uns Praktikanten in Basambilu nicht vergleichbar ist mit dem der Einwohner von Lulekani, da wir hier sowohl richtige Duschen, als auch Toiletten haben und auch Strom.
Manchmal kommt man sich dann doch vor wie in einem goldenen Käfig, da wir hier im Vergleich zu der Bevölkerung, einen sehr guten Lebensstandard genießen können.