Ich bin 26 Jahre alt und Student der Ernährungswissenschaft und nach meinem dreimonatigen Aufenthalt hier werde ich anfangen meine Diplomarbeit zu schreiben.
Lange Zeit hatte ich den Wunsch für längere Zeit ins Ausland zu gehen und während des Studiums hat sich dieser Wunsch verstärkt, vor allem in ein Entwicklungsland bzw. Schwellenland zu gehen.
Da Entwicklungshilfe außerdem auch ein Teilgebiet der Ernährungswissenschaft beinhaltet, wollte ich sehr gerne einen Einblick in diese Arbeit bekommen. Somit habe ich nach einem geeigneten Entwicklungshilfeprojekt gesucht und eine meiner Kommilitoninnen, die vor einem halben Jahr bei LekaGape war, hat mir diese Organisation empfohlen.
Eines meiner Projekte hier ist es, Ernährungskonzepte bei Krankheiten zu erstellen, d.h. ich halte fest, was die Kinder und Frauen im Shelter bei bestimmten Krankheiten essen sollten oder auch nicht essen sollten und versuche dies den Hausmüttern zu vermitteln.
Außerdem plane ich gerade einen Kräutergarten anzubauen, der die Bedürfnisse für die traditionelle Medikation abdecken soll. Jedoch muss ich dafür noch Informationen über die benötigten Kräuter sammeln.
Teilweise bin ich auch ein wenig skeptisch, da ich mich frage, ob man die Kräuter anbauen sollte, die der Medizinmann hier gegen HIV verwendet, da ich nicht der Meinung bin, dass man diese Praxis unterstützen sollte.
Des Weiteren möchte ich in der nächsten Zeit ein HIV-Projekt besuchen, um dort auch mehr Erfahrungen im Bereich der Ernährung bezüglich HIV-Infizierter sammeln zu können.
Durch meinen Aufenthalt hier bekomme ich auf jeden Fall einen Einblick in diese Kultur, auch wenn es für mich in manchen Punkten schwer ist mit der Lebenseinstellung der Einheimischen umzugehen.
Obwohl ich auch zugeben muss, dass ich sicher einen Monat benötigt habe, um mich an das Leben hier und die Mentalität der Menschen zu gewöhnen. Daher finde ich, dass ein dreimonatiger Aufenthalt viel zu kurz ist.
Auch wenn ich mit manchen Dingen in der Organisation nicht zufrieden bin, wie z.B. die Anleitung von uns Praktikanten oder die Tatsache, dass ich mit meinen Konzepten zum Teil auf taube Ohren stoße, lerne ich hier nicht nur zu improvisieren und meine Ansprüche runterzuschrauben, sondern bekomme auch einen tollen Einblick in den Bereich der Entwicklungshilfe.